WortSchatz

 

Ausbildungsreihe "Mündliche Erzählkunst"

Erzähler*innen unterhalten ihr Publikum nicht nur durch erzählte Geschichten, sondern überliefern Kultur, Werte, Erfahrungen und Regeln der Gesellschaft. Seit den 1980er Jahren erlebt diese mündliche Tradition eine Renaissance.

Immer mehr Menschen ist es wichtig, Erzählgut nicht nur in literarischer Form, sondern gerade durch das mündliche Erzählen (das meint weder Vorlesen noch Rezitieren!) lebendig zu halten oder eigene Geschichten live zu erzählen. Ohne Buch oder Skript, allein durch Sprache, Ausdruck und Gestik verleihen die Erzähler*innen den Geschichten eine einzigartige Lebendigkeit und ihre individuelle Interpretation.

Sie leben von der Einzigartigkeit, Unwiederbringlichkeit dessen, was sie erzählen und vor allem wie sie erzählen.


In Bamberg findet diese Ausbildungsreihe wie folgt statt:

Erzählausbildung


Anmeldung

Wenn Sie sich für die Ausbildungsreihe "Mündliche Erzählkunst" anmelden wollen, verwenden Sie hierfür bitte das Anmeldeformular (pdf, ca. 168kB). Dort finden Sie auch weiterführende Hinweise zu Anmeldung und Zahlungsmodalitäten.

Alexandra EyrichErzählbühne
Erzählbühne

Alexandra Eyrich & Dr. Michl Zirk

Professionelle Erzählerin/ Ausbilderin
Professioneller Erzähler/ Ausbilder

zertifiziert durch
Verband der Erzähler*innen e.V


KOSTEN

Komplettbuchung
490,- € p.P./ Block

Einzelbuchung
540,- € p.P./ Block

Die Preise sind inkl. Vollverpflegung und Handouts
Ü/F muss bei Bedarf eigenständig im Montanahaus gebucht werden!

ZEITEN

1. Tag18 - 21 Uhr (Do.)
Täglich9.30 - 21 Uhr
4. Tag9.30 - 13 Uhr (So.)

ORT
Montanahaus Bamberg
www.montanahaus-bamberg.de Verband der Erzähler*innen e.V

Termine und Inhalte

Es war einmal… und immer wieder!   24. – 27. Juni 2021

Was ist eine Geschichte? Wie sieht der grundlegende Plan einer Geschichte aus? Was ist die Funktion des Konflikts? Wie baut man einen Spannungsbogen? Neben Basiskenntnissen der Dramaturgie, über das Volks- und Kunstmärchen, diverse Phantasiegeschichten und auch Schwänke werden die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm Kern des Seminars sein. Wie wandle ich eine Geschichte in Textform in eine mündliche Geschichte um? Wie verfahre ich mit logischen Fehlern, Brüchen, Personen ohne Funktion etc.? Stimmen Anfang und Ende? Wie verfahre ich mit indirekter Rede? Also: Lauf mit Rotkäppchen vom Weg ab, schau in den sprechenden Spiegel, nimm Platz am Tisch mit den 7 Zwergen, lass dich vom Wolf fressen, stoß´ die Hexe in den Ofen und begegne sprechenden Tieren… und dann: Beginne davon auf deine eigene Art und Weise zu erzählen!

Ich weiĂź nicht, was soll es bedeuten…   19. – 22. August 2021

Sämtliche Märchen und Geschichten verfügen mit ihren Aussagen und Inhalten über einen Reichtum an Lösungsstrategien. Welche von diesen die Märchenhelden nutzen, um zu ihrer persönlichen Er-Lösung zu gelangen, erfahren und diskutieren wir in diesem Ausbildungsblock. Wie gehe ich beim Imaginieren vor? Was heißt eigentlich eine Geschichte zu verinnerlichen? Und warum ist das überhaupt für das Erzählen wichtig? Eine Geschichte zu einer eigenen Geschichte zu machen, heißt, sie besser zu kennen als seine Westentasche. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen die eigenen inneren Bilder, aber zum anderen auch die Bedeutung verschiedener Symbole und Metaphern innerhalb ausgewählter Erzählstoffe.

Erzählpraxis 1   14. – 17. Oktober 2021

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich in einer geschützten Gruppenatmosphäre praktisch auszuprobieren. Erzählkunst, Stimmtraining und Theorieblöcke bilden hierbei die Maxime. Neben dem Element der Stimmbildung rücken Mimik, Gestik, Stimme und Sprache verstärkt in den Vordergrund. Darstellerisches und erzählerisches Handwerkszeug unterstützt und ergänzt den Erzählstoff und verleiht ihm Lebendigkeit. Jede*r Teilnehmer*in bereitet eine Präsentation von ca. 30 Minuten vor, in dem ein „Volksmärchen“ auf individuelle Art und Weise erzählerisch vorgestellt wird. Der methodischen Phantasie der Auszubildenden ist hierbei keine Grenze gesetzt.

…und lag in einem tiefen Schlaf   18. – 21. November 2021

Märchen und Geschichten erzählen von Veränderung und Verwandlung. Das sind Prozesse, die unweigerlich zu Leben und Tod, zu Sterben und Trauer gehören und nicht von ihnen getrennt werden können. Insofern bieten Märchen die Möglichkeiten, sich diesen Themen auf einer inneren Ebene zu widmen und fassen das Unaussprechliche, den Schrecken und Schmerz in Bilder und zeigen Lösungswege auf. Während des Seminars lernen die Teilnehmenden neue Sichtweisen und Perspektiven anhand von vielfältigen Methoden kennen – nicht zuletzt komplett praxiserprobt durch eine umfassende Arbeit mit Sterbenden und Trauernden seit 2005.

Rolle vor und zurĂĽck…   10. – 13. Februar 2022

Durch Musik, Bewegung und Spiel wirken Erzählungen anders. Die Teilnehmer*innen schlüpfen selbst in die Rollen der Protagonisten und erleben diese auf eine neue Art. Das Tolle am Erzählen ist, dass man es fast überall machen kann. Was braucht es, um einen Ort zu einem Erzählort, also zu einer „Bühne“ zu machen? Welche Hilfsmittel stehen mir zur Verfügung? Wir werden an verschiedenen Locations die jeweiligen Möglichkeiten und Herausforderungen kennenlernen und ausprobieren. Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie Märchen und Geschichten mit der Medien- und Filmwelt zusammenhängen. Ob Filme, Serien, Video- und Hörbücher... märchenhafte Inhalte sind heutzutage in vielen Varianten wiederzufinden. Ob man jeder modern-technischen Umsetzung das Prädikat „untauglich“ unterstellen kann? Das bleibt vorerst offen…

Erzählpraxis 2   10. – 13. März 2022

Jede*r Teilnehmer*in bereitet einen Erzählstoff mit einem dazugehörigen Analyse-Vortrag von ca. 60 Min. vor, in dem das Genre Kunstmärchen, Schwank, Phantasiegeschichte o.ä. auf individuelle Art und Weise aufgegriffen und vorgestellt wird. Auch hier bilden Stimmtraining und Theorie eine Erweiterung und Vertiefung der Erzählpraxis 1.

Teddybär meets #Hashtag   23. – 26. Juni 2022

Die Einsatzmöglichkeiten im pädagogischen Bereich stehen hier im Mittelpunkt. Was ist zu bedenken im Trotzalter und was in der Pubertät? Welches Thema ist wann interessant und welche Märchen und Geschichten gibt es dazu? Im Zeitalter von Kurznachrichten, Emojis und spürbar abnehmender Kommunikation stellt sich die Frage, wie man Kinder und Jugendliche zu Worten und Formulierungen zurückbringen kann. „Erzählend lehren“ und „Geschichtendetektive“ sind nur zwei solcher Möglichkeiten, die die Teilnehmenden kennenlernen werden. Und was noch wichtiger ist: Wie funktioniert das in der Praxis? Tipps, Tricks und viele praktische Impulse aus einer großen und erprobten pädagogischen Schatzkiste samt Resilienz- und Ressourcenaktivierung mit Kindern, Teenagern und Jugendlichen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Gesundheitszustand oder ihrem Bildungsstand.

Reflexion und Praxisberatung   29. September – 2. Oktober 2022

Mit und durch die professionelle Unterstützung der Referenten wird der Erzählstil verfeinert. Es können persönliche Anliegen eingebracht werden, wozu jede*r entsprechend individuelle Hilfestellungen und Anregungen bekommt. Besondere Beachtung finden u.a. schwierige Situationen (auf der Bühne, hinsichtlich versch. Altersgruppen, Umgang mit Störungen, etc.), die Rolle der Zielgruppen, die Sensibilisierung der künstlerischen Entwicklung, sowie organisatorische Fragen bis hin zur Selbstreflexion und Marketingberatung.

Erzählpraxis 3   17. – 20. November 2022

Inhaltlich umfasst dieser Seminarblock eine Präsentation von 60-90 Minuten. Dabei ist ein minimal 30-minütiges Erzählen Pflichtbestandteil des Gesamtprogramms. Die erworbenen Kenntnisse gilt es, kreativ und ansprechend in die Praxis umzusetzen. Der Inhalt der Präsentation kann darüber hinaus die individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten des einzelnen Teilnehmers entsprechend hervorheben. Eine schriftliche Ausarbeitung ist 4 Wochen vorher einzureichen.

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